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Was ist Alopecia Areata bzw. kreisrunder Haarausfall

Abgelegt unter Was ist Alopecia Areata bzw. kreisrunder Haarausfall by admin am 17. May 2010

Alopecia Areata (ICD Code L63) ist umgangssprachlich aus als kreisrunder Haarausfall bekannt und wurde erstmals von Hippokrates erwähnt. Dieser gab ihm auch den Namen, da er bei Füchsen ein fleckenförmiges Ausfallen der Haare beobachtete, welches diesen Symptomen sehr ähnelte. Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der Immunzellen, welche eigentlich Bakterien, Viren und andere Eindringlinge im Körper abwehren sollen, sich gegen die Zellen in den Haarwurzeln richten. Dadurch fallen die Haare schließlich aus und es bildet sich eine charakteristische kahle Stelle. Diese ist eingesunken und glatt. Schuppen entstehen nicht und die Haarfollikel sind intakt. Am Rande stehen meist sogenannte Ausrufezeichen-Haare, welche man so nennt, da sie kurz abgebrochen sind und zum Ende hin immer dünner werden. Neben den Symptomen am Kopf macht sich die Erkrankung in vielen Fällen auch bei den Fingernägeln bemerkbar. Diese bekommen Rillen und Grübchen oder auch Aufrauungen, welche wie Sandpapier wirken. Die Krankheit ist leicht zu erkennen und wird meist entdeckt, wenn die erste Stelle, welche meist am Hinterkopf, oft aber auch am Kinn etwa zwei Zentimeter groß ist. Diese Entdeckung geschieht fast immer zufällig und ohne sie kann die Alopecia Areata unbemerkt bleiben. Schmerzen oder Juckreiz bleiben nämlich ebenso wie Entzündungsreaktionen oder Rötungen der Haut aus.

Ursachen von Alopecia Areata bzw. kreisrunder Haarausfall

Abgelegt unter Ursachen von Alopecia Areata bzw. kreisrunder Haarausfall by admin am 17. May 2010

Wie kommt es zu Alopecia Areata?

Ohne das es vorher Anhaltspunkte gegeben hätte, liegen plötzlich jede Menge Haare in der Dusche oder auf dem Kopfkissen und es bilden sich kreisrunde Kahlstellen, die so groß wie ein Cent-Stück sein, aber genauso zur kompletten Glatze führen können. Die Ursachen sind noch nicht völlig bekannt. Sehr viel spricht für eine Autoimmunerkrankung. Dabei zerstört das eigene Abwehrsystem, welches im Normalfall eigentlich Pilze, Viren oder Bakterien eliminieren soll, das Gewebe in der Annahme, es wäre ein Eindringling. Das Haar wird aufgrund dieser Entzündungsreaktion schließlich abgestoßen, die Follikel jedoch bleiben zum Glück intakt. Einige Wissenschaftler gehen auch davon aus, dass im Grunde ganz harmlose Infektionen, welche durch Bakterien ausgelöst werden, zum Ausbruch der Alopecia Areata führen können. Es wurde zudem ein Zusammenhang mit genetischen Veranlagungen festgestellt. Wenn im Familienkreis diese Erkrankung bereits aufgetreten ist, spricht also einiges dafür, dass man auch selbst irgendwann davon betroffen sein wird. Eine Auslösung durch Stress wird von vielen Wissenschaftlern vermutet, doch trotz zahlreicher Studien ist diese Theorie nicht belegt und sehr umstritten. Man kann davon ausgehen, dass die Ursachen also Bakterien und Erbanlagen sind, wobei diese durch Stress sicher noch verstärkt werden können. Eine rein psychische Erkrankung ist die Alopecia Areata aber mit großer Sicherheit nicht. Von der Krankheit können Männer wie Frauen gleichermaßen betroffen sein.

Formen von Alopecia Areata

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Welche Formen von Alopecia Areata gibt es?

Keine Krankheit verläuft stets gleich und auch die Alopecia Areata bildet da keine Ausnahme. Anders als bei anderen Formen des Haarausfalls kann sie in jedem Lebensalter auftreten. Die größte Wahrscheinlichkeit besteht aber im zweiten und im dritten Lebensjahrzehnt. Typischerweise liegt die erste sichtbare Stelle am Hinterkopf. Sie ist etwa 0,5 bis 2 Zentimeter groß und kreisrund. Meist gab es bereits weitere betroffene Stellen, doch übersieht man diese aufgrund ihrer geringen Größe leicht. An zweiter Stelle steht das männliche Kinn, wo es vor allem bei Bartträgern recht schnell deutlich sichtbar wird. Auch die Augenbrauen oder Wimpern sind oft betroffen. Bei der Körperbehaarung hingegen stellt man die Symptome seltener fest und die Schambehaarung wird nur in wenigen Ausnahmefällen befallen. In den meisten Fällen bleibt es bei einem oder maximal fünf Herden. Sind diese benachbart, ist es nicht unwahrscheinlich, dass sie sich vereinigen und größere Regionen umfassen. Selten, aber nicht auszuschließen, ist die Alopecia areata totalis, also der völlige Haarausfall auf dem Kopf oder sogar die Alopecia universalis, bei dem man sämtliche Körperhaare verliert. Das ist natürlich die Maximalvariante, welche vor allem dann auftritt, wenn im Kreis der Familie diese Erkrankung sehr häufig zu beobachten war. Eine besondere Form, welche in erster Linie bei Frauen zwischen dreißig und fünfundfünfzig Jahren auftritt, ist die Alopecia atropicans, die man auch als Pseudopelade Brocq bezeichnet. Sie beginnt allmählich mit kleinen Flecken ohne Haare, bei denen die Haut glänzt und gerötet ist. Hier werden die Haaranlagen zerstört, weshalb der Haarverlust nicht reversibel ist.

Therapie Alopecia Areata

Abgelegt unter Therapie von Alopecia Areata by admin am 17. May 2010

Wie kann man Alopecia Areata therapieren?

Es klingt wie ein Scherz, doch die beste Empfehlung, wenn man einen Herd entdeckt, besteht in Nichtstun und Abwarten. Das beruht auf der Beobachtung, dass in neunzig Prozent der Fälle nach ein drei bis sechs Monaten die Kahlstelle von selbst wieder verschwindet. Das Immunsystem kommt wieder zur Ruhe und es bilden sich erst ganz feine Härchen und danach wachsen wieder einzelne Haare, wo vorher alles kahl war. Keine Spuren bleiben mehr zu sehen und die Alopecia ist restlos weg, als hätte es sie nie gegeben. Einen Hautarzt zu konsultieren ist natürlich nicht verkehrt und eventuell wird dieser auch etwas verschreiben. Das wird zumeist eine äußerlich anzuwendende Substanz sein. Bevorzugt sind es Cremes und Lösungen, die Kortison enthalten. Eine andere Behandlungsform, die man eher bei schwereren Verläufen einsetzt, ist die topische Immuntherapie. Bei dieser wird durch eine Chemikalie künstlich eine Allergie ausgelöst, welche das Immunsystem ablenkt. Verwendet wird hierfür DCP (Diphenylcyclopropenon), da jeder Mensch auf diese Substanz allergisch reagiert. Erhältlich ist es fast nur über Hautkliniken, da keine Zulassung als Medikament vorliegt. Es besteht kein Risiko, aber die Therapie muss von Hautärzten überwacht werden und auch die Konzentration wird genau eingestellt. Unangenehme Begleiterscheinungen sind Jucken und Schuppen auf der Kopfhaut. Es besteht eine Erfolgsrate von immerhin 60 Prozent. Umstrittener ist die PUVA-Therapie. Bei dieser werden die Stellen ultravioletter Strahlung ausgesetzt und parallel wird die Haut mittels Medikamenten lichtempfindlicher gemacht. Da das Risiko einer Erkrankung an Hautkrebs dadurch erhöht wird, setzt man diese Methode nur noch selten ein. Noch in der Erforschung sind Substanzen, welche Allergien und Erkrankungen des Immunsystems komplett unterdrücken können. Bis diese aber einsatzbereit sind bzw. für kreisrunder Haarausfall Behandlung in Frage kommen, werden noch einige Jahre vergehen.

Alopecia Areata und Psyche

Abgelegt unter Alopecia Areata und Psyche by admin am 17. May 2010

Welche Auswirkungen auf die Psyche hat Alopecia Areata?

Haarausfall ist in fast allen Fällen eine persönliche Katastrophe. Die einen können es leichter wegstecken, die anderen leiden darunter und können sogar Depressionen entwickeln. Bei der Alopecia areata ist es ein großer Trost, dass in den meisten Fällen alles nach einigen Monaten wieder verschwindet oder therapierbar ist. Doch da der Mensch nicht rational ist, können nach der Entdeckung des ersten Herdes Minderwertigkeitsgefühle und Unsicherheit auftreten. Man denkt unterbewusst, jeder würde die kahlen Stellen sehen und setzt sich so zusätzlichem psychischen Stress aus. Bei Männern ist belegt, dass eine Glatze mit Erfahrung und Wissen, aber auch mit Alterung und geringerer Attraktivität und Männlichkeit assoziiert wird. Bei Frauen sind die Reaktionen der Umwelt drastischer, da hier Kahlstellen als Ausdruck von Krankheit und Unattraktivität angesehen werden. Nur wenige positive Beispiele bilden die Ausnahme von dieser Regel. Umso wichtiger ist es, selbst aktiv zu werden und zu vermeiden, dass man in die Falle Selbstmitleid tappt. Denn die Haare kommen wahrscheinlich wieder, doch eine zum Negativen veränderte Lebenseinstellung wird man so leicht nicht wieder los.

Das Haar, Haartransplantation und erblicher Haarausfall

Das Haar

Auf dem Kopf eines gesunden Menschen befinden sich sage und schreibe mehr als 120 000 Haare. Das sind etwa 200 Haare pro Quadratzentimeter. Deshalb ist es auch ganz normal, wenn täglich einige davon ausfallen. Erst wenn es pro Tag mehr als 100 Stück sind, spricht man von Haarausfall.

Das Haar an sich ist ein langer Hornfaden, welcher aus drei Schichten besteht. Die äußerste Schicht wird als Catigula bezeichnet und setzt sich aus abgestorbenen Zellen zusammen, welche wie bei einem Tannenzapfen überlappend angeordnet sind. Darunter befindet sich der Cortex, bestehend aus Faserbündeln die sich aus Fibrillen, feinsten Keratinfasern, bilden. In der Mitte schließlich befindet sich die Medulla, auch als Haarmark bezeichnet. Die Haarwurzel liegt im unteren Bereich der Lederhaut. Durch zahlreiche Melanozyten werden Pigmente an das Haar abgegeben und verleihen ihm so Farbe.

Haare wachsen beständig. Diese Phase dauert über mehrere Jahre an und etwa 90 Prozent aller Haare befinden sich in ihr. Danach kommt die Phase der Ruhe, in welcher der Rest verweilt. Diese ist mit einigen Monaten deutlich kürzer. Dann fällt das Haar aus und aus der Wurzel entspringt ein neues. Im Normalfall geht dieser Kreislauf immer so weiter, doch beim genetisch bedingten Haarausfall sieht es anders aus.

Hier liegt eine Überempfindlichkeit gegenüber DHT vor. Infolge dessen verringert sich die Wachstumsphase des Haares immer mehr und die Haarfollikel verkümmern schließlich. Jedoch ist davon nur der Oberkopf betroffen. Am Hinterkopf und im Nackenbereich bleiben die Haare erhalten.

Dies nutzt die moderne Mikrochirurgie (wichtiger Hinweis: Nur bei erblichem Haarausfall anwendbar!). Bei der Eigenhaartransplantation löst man das Problem des Haarverlustes dadurch, dass man Haare mitsamt der Wurzel vom Hinterkopf entnimmt und auf den Oberkopf verpflanzt. Ein erfahrener Facharzt erreicht dabei Haarverpflanzungs-Ergebnisse, die kaum von einem natürlichen Haarwuchs zu unterscheiden sind, wie man auch in folgender Hair Restoration Gallery sieht. Andere gute Beispielresultate findet man auf dem Haartransplantation Blog at , oder auf dem Haartransplantation-Video Blog ch. Speziell Resultate von behandelnden Frauen auf dem Blog Haarverpflanzung für Frauen. Voraussetzung dafür ist ein gründliches Gespräch vorab, bei dem man gemeinsam entscheidet, welches Resultat erzielt werden soll.

Wenn aber selbst Haartransplantation nicht mehr anwendbar ist, können noch Perücken verwendet werden. Auch hier gibt es mittlerweile sehr gute Qualitäten!